29 March 2026, 16:32

Heino-Konzert für entlassenen Feuerwehrmann entfacht Debatte um Nationalhymne

Eine Gruppe von Menschen, die auf dem Boden vor einer Menge sitzt, die Fahnen und Schilder hält, während einer Anti-Schwulen-Demo in Berlin, mit einem Redner, einer Statue und Gebäuden im Hintergrund.

Heino-Konzert für entlassenen Feuerwehrmann entfacht Debatte um Nationalhymne

Solidaritätskonzert von Heino lenkt Blick auf Streit in der Feuerwehrgemeinschaft

Ein Solidaritätskonzert des deutschen Sängers Heino hat eine Kontroverse innerhalb der Feuerwehrwelt in den Fokus gerückt. Die Veranstaltung in Bad Belzig unterstützte Richard Mänder, einen Feuerwehrmann, der entlassen wurde, nachdem er bei einer Meisterschaft eine umstrittene Version der Nationalhymne gespielt hatte. Hundertschaftlich erschienen Zuhörer, darunter Kameraden aus Sachsen und Thüringen.

Der Konflikt begann, als Mänder, der als Juror bei dem Wettbewerb fungierte, Heinos Aufnahme von Das Lied der Deutschen aus den 1970er-Jahren abspielte – eine Version, die die historisch umkämpfte erste Strophe enthält, die einst mit NS-Propaganda in Verbindung gebracht wurde. Der Vorfall ereignete sich während einer Feuerwehrmeisterschaft, bei der Mänder sich für Heinos Interpretation der Nationalhymne entschied. Der 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben verfasste Text der ersten Strophe ist seit Langem umstritten, da er in der NS-Zeit instrumentalisiert wurde. Nach dem Abspielen der Hymne entband der Deutsche Feuerwehrverband Mänder von allen Schiedsrichteraufgaben und begründete dies mit Verstößen gegen die Vorgaben.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mänder wies rechtsextreme Tendenzen von sich und bezeichnete die Sanktionen als ungerecht. Seine Entlassung löste weitere Spannungen aus, wobei sich einige Feuerwehrleute hinter ihn stellten. Als Reaktion gründete Mänder mit anderen die Deutsche Feuerwehrsport Gemeinschaft, eine neue Vereinigung, die jährlich eigene Meisterschaften außerhalb des offiziellen Verbands organisiert. Rolf Fünning, Präsident des Brandenburgischen Feuerwehrverbandes, warnte vor einer Spaltung der Feuerwehrgemeinschaft. Neue Regeln verbieten Mitgliedern nun, bei konkurrierenden Veranstaltungen Abzeichen des Verbands zu tragen.

Heino, bekannt für Hits wie Karamba, Karacho, ein Whisky und Die schwarze Barbara, kritisierte öffentlich die Behandlung Mänders. Sein Manager, Helmut Werner, präzisierte, der Sänger stehe zwar nicht hinter der Verwendung der Hymne beim Wettbewerb, halte Mänder aber für würdig, eine zweite Chance zu erhalten. Rund 800 Besucher nahmen am Konzert in Bad Belzig teil und tanzten zu Heinos Liedern – darunter Layla, ein Titel, dem bereits Sexismus vorgeworfen wurde. Der AfD-Abgeordnete Lars Schieske lobte die Veranstaltung auf Instagram.

Trotz der Kritik hält der Deutsche Feuerwehrverband an seiner Entscheidung fest, Mänder von offiziellen Aufgaben auszuschließen. Das Konzert unterstrich die tiefen Gräben zwischen Meinungsfreiheit und historischem Bewusstsein in öffentlichen Institutionen. Mänders neue Organisation wird weiterhin eigene Meisterschaften ausrichten, während der offizielle Feuerwehrverband strengere Teilnahmebedingungen durchsetzt. Der Konflikt bleibt ungelöst – beide Seiten zeigen sich unnachgiebig.

Quelle