08 May 2026, 04:29

Migrationsforscher Knaus zerpflückt Deutschlands umstrittene Grenzpolitik als gescheitert

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Migrationsforscher Knaus zerpflückt Deutschlands umstrittene Grenzpolitik als gescheitert

Migrationsforscher Gerald Knaus kritisiert Deutschlands jüngste Grenzpolitik als unwirksam und kurzsichtig. Ein Jahr nachdem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Zurückweisung von Schutzsuchenden an den Binnengrenzen anordnete, wirft Knaus den Maßnahmen vor, gegen EU-Recht zu verstoßen und die irreguläre Migration nicht nachhaltig zu bekämpfen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Asylantragszahlen in Deutschland im Vergleich zu 2024 stark zurückgehen.

Besonders deutlich sei der Rückgang in Deutschland und Österreich, so Knaus. Als Hauptgrund für diese Entwicklung nennt er politische Veränderungen in Syrien – vor allem den Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024. Noch vor 2024 hatten beide Länder 80 Prozent aller in der EU untergebrachten Syrer aufgenommen.

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Die Praxis der Zurückweisungen – einst allein von der rechtspopulistischen AfD gefordert – bezeichnete Knaus als rechtlich fragwürdig und auf Dauer nicht tragfähig. Statt symbolischer Grenzkontrollen forderte er die Bundesregierung auf, humane und langfristige Lösungen für die Steuerung der Migration in die EU zu entwickeln.

Der Forscher betonte zudem, dass die aktuellen Maßnahmen kaum praktische Wirkung zeigten. Trotz ihrer Umsetzung seit Mai 2025 hätten sie die grundlegenden Herausforderungen der irregulären Migration nicht gelöst.

Knaus’ Kritik unterstreicht die Notwendigkeit eines anderen Ansatzes in der Migrationspolitik. Während die Asylzahlen sinken, bleiben Grenzkontrollen umstritten – die Debatte über nachhaltige Lösungen geht weiter. Die Fixierung der Regierung auf Zurückweisungen, so sein Argument, verpasse die Chance, ein gerechteres und effizienteres System zu schaffen.

Quelle