MINT-Absolventen aus dem Ausland haben in Deutschland dreimal bessere Jobchancen
Friederike RuppersbergerMINT-Absolventen aus dem Ausland haben in Deutschland dreimal bessere Jobchancen
Deutschland bleibt für internationale Studierende ein Spitzenziel – besonders in den Fächern Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik (MINT). Eine aktuelle Studie zeigt, dass diese Absolventen deutlich bessere Jobchancen haben als Migranten, die ausschließlich zum Arbeiten einreisen. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem, wie Sprachkenntnisse und Berufserfahrung ihre langfristigen Bleibeperspektiven prägen.
Laut der Untersuchung finden internationale Hochschulabsolventen in Deutschland dreimal häufiger eine Anstellung als Arbeitsmigranten ohne akademischen Hintergrund. Selbst wenn Stellen auf Englisch ausgeschrieben sind, steigert ein gutes Deutschniveau die Einstellungschancen erheblich. Dennoch geben nur etwa 15 Prozent der ausländischen Studierenden an, dass in ihrem Studiengang verpflichtende Deutschkurse vorgesehen sind.
Mehr als die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland belegen MINT-Fächer – eine passgenaue Antwort auf den dringenden Fachkräftebedarf des Landes. Aktuell fehlen hierzulande rund 148.500 MINT-Spezialisten, und in den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich weitere 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen. Hochschulbildung gilt zunehmend als zentraler Schlüssel, um diese Lücken zu schließen.
Auch praktische Erfahrungen während des Studiums spielen eine entscheidende Rolle: Wer Praktika absolviert, praxisnahe Abschlussarbeiten in Kooperation mit Unternehmen schreibt oder fachbezogene Nebenjobs annimmt, verbessert seine Berufsaussichten nach dem Abschluss deutlich. Dagegen haben Studierende, die aus finanzieller Not in branchenfremden Tätigkeiten jobben, später größere Schwierigkeiten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Die Studie förderte zudem zutage, dass 26 Prozent der Befragten, die ursprünglich nur einen kurzen Aufenthalt planten, nach einer Jobzusage langfristig in Deutschland blieben. Insgesamt zeigen internationale Zuwanderer mit Hochschulhintergrund eine 1,6-fach höhere Bereitschaft, dauerhaft zu bleiben, als andere Migrantengruppen.
Die Ergebnisse unterstreichen den Wert internationaler Studierender für die Deckung des Fachkräftebedarfs in Deutschland – vor allem in MINT-Berufen. Wer über Deutschkenntnisse, relevante Berufserfahrung und einen Abschluss in einem gefragten Bereich verfügt, hat die besten Karten für einen erfolgreichen Berufseinstieg und ein langfristiges Bleiben. Angesichts der alternden Belegschaften und anhaltenden Engpässe sind diese Absolventen eine unverzichtbare Ressource für die Zukunft des Landes.






