17 March 2026, 00:29

Nach 48 Jahren: Gestohlener Hofbräuhaus-Krug kehrt mit rührender Entschuldigung zurück

Alte deutsche Banknote mit einem Mann in einem weißen Hemd und blauer Mütze, der eine Bierflasche hält, mit Text einschließlich des Wortes "Beer" und einem gekrönten Schild-Logo.

Nach 48 Jahren: Gestohlener Hofbräuhaus-Krug kehrt mit rührender Entschuldigung zurück

Ein gestohlener Bierkrug aus Münchens berühmten Hofbräuhaus ist nach 48 Jahren zurückgegeben worden

Ein englischsprachiger Tourist, der den Krug 1976 mitgenommen hatte, schickte ihn kürzlich zurück – zusammen mit 20 Euro als verspätete Entschuldigung. Solche Rückgaben sind im historischen Wirtshaus keine Seltenheit.

Der Vorfall ereignete sich 1976, als der Besucher den Krug nach einer durchzechten Nacht versehentlich einsteckte. Erst am nächsten Morgen im Hotelzimmer bemerkte er seinen Fehler. Jahrzehnte später wurde er neugierig und informierte sich auf der Website des Hofbräuhauses über den aktuellen Preis eines Kruges, bevor er das Geld überwies.

Drei- bis viermal im Jahr erreichen das Hofbräuhaus ähnliche Fälle. Manche geben die Krug selbst zurück, andere schicken stattdessen Geld. 2020 brachte eine Amerikanerin sogar einen seit 55 Jahren "entliehenen" Krug an das benachbarte Wirtshaus Platzl zurück.

Um solche "versehentlichen" Diebstähle zu verhindern, postiert das Hofbräuhaus heute Sicherheitspersonal an den Ausgängen. Wie viele Krug im Laufe der Zeit verschwinden, wird jedoch nicht erfasst. In den letzten fünf Jahren wurden rund 1.200 gestohlene Maßkrüge zurückgegeben oder finanziell ausgeglichen. Kampagnen wie die Maßkrug-Rückgabe-Kampagne und gemeinnützige Projekte halfen dabei, viele von ihnen zurückzuholen.

Die 20 Euro des Touristen fließen nicht an das Hofbräuhaus selbst, sondern an die Initiative Bunte Münchner Kindl, eine lokale Organisation, die sich für die Bewahrung bayerischer Traditionen einsetzt.

Der zurückgegebene Krug reiht sich ein in die Hunderten anderer, die in den letzten Jahren wieder auftauchten. Zwar dokumentiert das Hofbräuhaus die Verluste nicht systematisch, doch seine Bemühungen, die Rückgabe zu fördern, zeigen Wirkung. Mit dieser jüngsten Rückführung sind nun sowohl der Krug als auch das Gewissen des Touristen endlich an ihrem rechtmäßigen Platz.

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