Ostdeutsches Wirtschaftsforum sucht Lösungen für frustrierte Industrie in der Krise
Heidelore BinnerOstdeutsches Wirtschaftsforum sucht Lösungen für frustrierte Industrie in der Krise
Ostdeutsches Wirtschaftsforum startet diese Woche in Bad Saarow – Politik und Wirtschaft suchen Lösungen in schwierigen Zeiten
Diese Woche eröffnet in Bad Saarow das Ostdeutsche Wirtschaftsforum und bringt politische Entscheidungsträger mit Vertretern der Industrie zusammen. Rund 350 Unternehmensvertreter werden täglich erwartet, um über Wirtschaftsreformen und aktuelle Herausforderungen zu diskutieren. Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nehmen an den Gesprächen teil, ebenso wie die Ministerpräsidenten von drei Bundesländern.
Das Forum findet zu einer schwierigen Phase für die deutsche Industrie statt. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) meldet eine zunehmende Verunsicherung in der Wirtschaft und führt als Gründe hohe Energiekosten, hohe Steuerlasten und bürokratische Hürden an. BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch beschrieb die Stimmung unter den Unternehmen als „tief entmutigt, ja sogar frustriert“.
Trotz der schwierigen Lage wollen die Veranstalter Wachstumschancen aufzeigen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung von Rüstungsunternehmen mit Start-ups und etablierten Firmen aus dem Maschinenbau und der Automobilindustrie. Die verfügbaren Flächen und die starke Verteidigungsinfrastruktur in Ostdeutschland könnten zudem neue Investitionen anziehen.
Der BDI fordert dringend Kurskorrekturen, um Innovation und Investitionen zu erleichtern. Statt verschärfter Regulierung wünscht sich der Verband mehr Flexibilität, damit sich Unternehmen besser anpassen können. Auf dem Forum soll diskutiert werden, wie Reformen die industrielle Aktivität wiederbeleben könnten – der BDI rechnet für dieses Jahr nicht mehr mit einem Wachstum des Sektors.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen hochrangige Debatten über gezielte Reformen zur Stärkung der Wirtschaft. Unter den Teilnehmern sind die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Die Ergebnisse könnten die künftige Industriepolitik in Ostdeutschland prägen.






