11 May 2026, 10:39

Pflegeversicherung vor dem Kollaps: 22,5 Milliarden Euro Defizit bis 2028 drohen

Eine detaillierte Zeichnung eines deutschen Krankenhausgebäudes auf einem Plakat, das mehrere Strukturen mit sichtbaren Fenstern, Türen und Balkonen zeigt, begleitet von Text, der das Krankenhaus nach Größe, Lage und Ausstattung beschreibt.

Pflegeversicherung vor dem Kollaps: 22,5 Milliarden Euro Defizit bis 2028 drohen

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps – die größte Krise seit 31 Jahren

Das deutsche Pflegeversicherungssystem ächzt unter massivem Druck und steuert auf die schwerste Krise seit seiner Einführung vor 31 Jahren zu. Steigende Kosten und ungedeckte Finanzverpflichtungen treiben das System an den Rand des Abgrunds: Für die Jahre 2027 und 2028 allein wird ein kumuliertes Defizit von 22,5 Milliarden Euro prognostiziert.

Das System, ein zentraler Baustein der deutschen Sozialversicherung, gibt deutlich mehr aus, als es einnimmt. Die Eigenanteile der Versicherten sind bereits an ihre Belastungsgrenze gestoßen, weitere Erhöhungen sind kaum noch möglich. Gleichzeitig hält sich die Bundesregierung mit Milliardenzahlungen zurück – und verschärft so die finanzielle Schieflage.

In diesem Jahr belaufen sich die ausstehenden Zahlungen des Bundes an den Pflegeversicherungsfonds auf rund 10 Milliarden Euro. Davon entfallen 5 Milliarden auf nicht geleistete Rentenbeiträge für pflegende Angehörige und weitere 5 Milliarden auf noch offene COVID-19-Schulden. Hinzu kommt, dass die Bundesländer Investitionskosten in Pflegeheime nicht tragen – würde dies nachgeholt, könnten die monatlichen Eigenanteile der Heimbewohner um etwa 500 Euro sinken.

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Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) räumte ein, das System biete nur eine „Teilabsicherung“ und könne den Bedarf an Langzeitpflege nicht vollständig decken. Als Reaktion will sie bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf zur Reform vorlegen.

Die finanziellen Probleme des Pflegeversicherungsfonds werden sich weiter zuspitzen: Bis 2028 droht ein Defizit von 22,5 Milliarden Euro. Ohne Gegenmaßnahmen werden sowohl die Versicherten als auch das System selbst in den kommenden Jahren unter noch größeren Druck geraten. Der anstehende Reformvorschlag soll diese Lücken schließen – doch ob er wirkt, bleibt abzuwarten.

Quelle