19 March 2026, 14:42

Sachsen-Anhalt: Immer weniger Gymnasialempfehlungen verschärfen Lehrermangel an Sekundarschulen

Gruppe von Schülern marschiert in Berlin mit einem buntfarbenen "Students for Future"-Schild vor dem Hintergrund von Gebäuden, Bäumen und Himmel.

Links: Krise an Sekundar- und Gesamtschulen - Sachsen-Anhalt: Immer weniger Gymnasialempfehlungen verschärfen Lehrermangel an Sekundarschulen

Ein neues Berufsberatungssystem in Sachsen-Anhalt vertieft die Kluft bei der Lehrerversorgung zwischen Gymnasien und anderen weiterführenden Schulen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass immer weniger Grundschüler eine Gymnasialempfehlung erhalten, während die Schülerzahlen an Sekundar- und Gemeinschaftsschulen steigen. Kritiker warnen, dass diese Entwicklung den Lehrkräftemangel an ohnehin schon benachteiligten Schulen weiter verschärft.

Zwischen den Schuljahren 2024/25 und 2025/26 sank der Anteil der Viertklässler mit Gymnasialempfehlung von 41,9 % auf 40,2 %. Im gleichen Zeitraum ging die tatsächliche Übertrittsquote von 36,2 % auf 35 % zurück. Dieser Rückgang steht im Kontrast zu früheren Trends: Zwischen 2020 und 2025 verzeichnete Sachsen-Anhalt einen Anstieg der Gymnasialempfehlungen um 15 % – deutlich über dem Bundesschnitt von 8 % und höher als in Ländern wie Bayern (12 %) oder Nordrhein-Westfalen, wo die Zahlen um 5 % sanken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Da weniger Schüler auf Gymnasien wechseln, verzeichnen Sekundar- und Gemeinschaftsschulen wachsende Anmeldezahlen. Doch genau diese Schulen leiden bereits unter akutem Lehrermangel. Während Gymnasien derzeit 98 % des erforderlichen Unterrichts abdecken, schaffen es Sekundarschulen nur auf 87 %. Die Linke warnt, dass die Umverteilung der Schüler zwar die Personalsituation an Gymnasien entlaste, gleichzeitig aber die ohnehin unterversorgten Sekundar- und Gemeinschaftsschulen weiter überlastet würden.

Sachsen-Anhalt weist zudem bundesweit die niedrigste Quote an Schülern mit Hochschulreife auf. Die Schieflage droht dazu zu führen, dass nicht-gymnasiale Schulen trotz wachsender Klassen noch weniger Lehrer pro Schüler haben.

Die politische Neuausrichtung verändert die Schülerverteilung in Sachsen-Anhalts Schullandschaft. Gymnasien profitieren zwar von besseren Lehrer-Schüler-Verhältnissen, doch Sekundar- und Gemeinschaftsschulen müssen mit größeren Klassen und anhaltendem Personalmangel kämpfen. Ohne Gegenmaßnahmen wird sich die Ungleichheit bei der Ausstattung der Schulformen weiter verschärfen.

Quelle