22 May 2026, 22:39

Sachsen-Anhalt will härter gegen Verkehrsverstöße in Fußgängerzonen vorgehen

Sicherheit im Fußgängerbereich: Halles Bürgermeister Vogt fordert mehr Befugnisse für die Ordnungsbehörde vom Land

Sachsen-Anhalt will härter gegen Verkehrsverstöße in Fußgängerzonen vorgehen

Ein Bündnis regionaler Führungskräfte in Sachsen-Anhalt drängt auf rasche Gesetzesänderungen, um Verkehrsverstöße in Fußgängerzonen wirksamer zu bekämpfen. Das Netzwerk der Regionalen Knotenpunkte Sachsen-Anhalt (NOSA) fordert, dass Städte künftig ohne Zustimmung des Landes strengere Kontrollen für Fahrräder und E-Scooter durchsetzen können. Die aktuellen Regelungen, so die Kritik, ließen Kommunen bei gefährlichem Verhalten oft machtlos.

Der Vorstoß folgt auf wiederholte Vorfälle, bei denen rücksichtslose Radfahrer und E-Scooter-Nutzer Fußgänger gefährdeten. Dr. Alexander Vogt, Oberbürgermeister von Halle (Saale), verwies auf einen aktuellen Beinahe-Unfall auf dem Marktplatz der Stadt: Fußgänger seien nur knapp von rasant fahrenden Radlern verfehlt worden – doch wegen rechtlicher Hürden konnten die Behörden nicht eingreifen.

Kern des Problems ist eine Lücke im Landesrecht: Kommunalbehörden in Sachsen-Anhalt dürfen Verstöße mit bewegten Fahrzeugen derzeit nicht ahnden. Die Allianz pocht darauf, diese Regelungslücke zu schließen, um bei Zuwiderhandlungen wie Missachtung von Fahrverboten oder Überschreitung der Schrittgeschwindigkeit in Fußgängerbereichen sofort Sanktionen verhängen zu können.

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Vogt appellierte an Landtagsabgeordnete und Ministeriumsvertreter, die geplanten Änderungen zu unterstützen. Moderne Stadtpolitik, betonte er, erfordere die Fähigkeit, schnell auf Sicherheitsrisiken im öffentlichen Raum zu reagieren. Ohne Reform blieben die Kommunen weiterhin ohnmächtig gegenüber rücksichtslosem Verhalten.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten lokale Behörden Verkehrsverstöße in Fußgängerzonen eigenständig überwachen und ahnden. Ziel der Reform ist es, die Gefahren für Fußgänger zu verringern und den Städten mehr Kontrolle über die urbane Mobilität zu geben. Nun liegt es am Landtag, über die Annahme der Vorschläge zu entscheiden.

Quelle