SPD fordert Rentenbeiträge für Abgeordnete – "Frage der Gerechtigkeit"
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat die Bundestagsabgeordneten aufgefordert, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Er argumentierte, dass Parlamentarier von den Abgaben nicht ausgenommen sein sollten, die für andere Arbeitnehmer gelten. Seine Äußerungen fallen vor die für nächste Woche geplanten Gespräche zwischen den Sozialpartnern über Sozialreformen.
Miersch betonte, dass die Zahlung der Abgeordneten in das Rentensystem eine Frage der Gerechtigkeit sei. Es sei nur selbstverständlich, dass Politiker denselben Regeln folgten wie alle anderen. Der SPD-Vorsitzende forderte zudem, dass die Beiträge nach der finanziellen Leistungsfähigkeit bemessen werden sollten – ein Prinzip, das er auch auf die Pflege- und Krankenversicherung ausdehnen möchte.
Vor dem anstehenden Dialog mit Gewerkschaften und Arbeitgebern dämpfte Miersch die Erwartungen an schnelle, weitreichende Reformen. Er räumte ein, dass Fortschritte davon abhängen würden, wie bereit beide Seiten seien, in Gespräche einzutreten. Zwar drängte er auf Entscheidungen zu gut ausgearbeiteten Vorschlägen bis zum 1. Juli, eine sogenannte „konzertierte Aktion“ zur Beschleunigung lehnte er jedoch ab.
Die Sommerpause, so Miersch, biete zusätzliche Zeit, um die Pläne zu verfeinern. Gleichzeitig machte er deutlich, dass seine Partei konsequent hinter dem Konzept einkommensabhängiger, fairer Beiträge in allen Sozialsystemen stehe.
Mierschs Aussagen setzen die Abgeordneten unter Druck, sich wie andere Arbeitnehmer am Rentensystem zu beteiligen. Die Position der SPD verknüpft die Beitragszahlungen zudem mit der Finanzierung des gesamten Sozialwesens, einschließlich Kranken- und Pflegeversicherung. Entscheidungen zu den am weitesten fortgeschrittenen Vorschlägen werden nun bis Anfang Juli erwartet.






