Streik in MV: Hunderte Apotheken schließen für faire Vergütung und Patientensicherheit
Heidelore Binner80 Prozent der MV-Apotheken am Montag geschlossen - Streik in MV: Hunderte Apotheken schließen für faire Vergütung und Patientensicherheit
Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern schließen am Montag im Rahmen eines bundesweiten Protests
Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern bleiben an diesem Montag im Zuge eines landesweiten Streiks geschlossen. Die Arbeitsniederlegung ist der Höhepunkt jahrelanger gescheiterter Verhandlungen über eine faire Vergütung für apothekerliche Dienstleistungen. Patienten werden aufgefordert, nicht dringende Besuche bis Dienstag zu verschieben.
Der Protest richtet sich gegen die Untätigkeit der Bundesregierung bei der Anpassung des Apothekenhonorars. Die feste Vergütung, auch Fixum genannt, wurde seit 2013 nicht erhöht – obwohl die Betriebskosten in diesem Zeitraum um 65 Prozent gestiegen sind. Die Apothekerverbände, angeführt von der ABDA, verweisen darauf, dass im Koalitionsvertrag von Union und SPD eigentlich Anpassungen vereinbart wurden – diese blieben jedoch bis heute aus.
Über 80 Prozent der Apotheken, die nicht zum Notdienst eingeteilt sind, werden ganztägig schließen. In Mecklenburg-Vorpommern, wo es rund 350 Apotheken gibt, bleiben nur die Standorte geöffnet, die im Notdienstrotationsplan eingetragen sind. Welche Apotheken geöffnet haben, kann die Bevölkerung über das Online-Portal der Apothekerkammer einsehen.
Zudem wehren sich die Apotheker gegen einen Gesetzentwurf (ApoVWG), der es Apotheken erlauben würde, zeitweise ohne anwesenden Apotheker zu arbeiten. Sie warnen, dass dies die Patientensicherheit gefährden und die Rolle der Apotheken als dezentrales Arzneimittelreservoir Deutschlands untergraben könnte. Hunderte Apotheken-Teams aus der Region werden sich einer größeren Demonstration in Berlin anschließen, um die Politik zum Handeln zu drängen.
Der Notdienst in den Apotheken läuft während des Streiks wie gewohnt weiter. Ziel der Protestaktion ist es, die Regierungskoalition zum Einhalten ihrer Zusagen bei der Honorarerhöhung zu bewegen. Patienten, die Routinerezepte benötigen oder Beratung suchen, werden gebeten, bis Dienstag zu warten, wenn die meisten Apotheken wieder regulär öffnen.






