Sturm "Elli" legt Braunschweig lahm – Winterdienst in der Kritik
Braunschweig kämpft mit schweren Behinderungen nach Sturm „Elli“
Eine Woche nach dem Durchzug von Sturm „Elli“ herrsche in Braunschweig weiterhin Chaos: Heftige Schneefälle hatten zahlreiche Straßen unpassierbar gemacht, Züge fielen aus, Schulen blieben geschlossen, und tiefe Schneeverwehungen blockierten die Fahrbahnen. Die Reaktion der Stadt auf die Krise hat nun Forderungen nach einer umfassenden Überprüfung der Winterdienste laut werden lassen.
Kritik entzündete sich besonders daran, dass wichtige Verkehrsadern wie die Leonhardstraße und die Museumstraße tagelang gar nicht oder nur unzureichend geräumt wurden. Fußgänger und Radfahrer hatten mit schlecht instand gehaltenen Wegen zu kämpfen – ein Sicherheitsrisiko, das zudem Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Stadt weckt, ihren Zielen für eine nachhaltige Verkehrswende gerecht zu werden.
Der Sturm hatte das öffentliche Leben lahmgelegt: Der Nahverkehr brach zusammen, Schulen mussten schließen. Obwohl Räumteams rund um die Uhr im Einsatz waren, verschwand der frisch freigeräumte Schnee schnell unter neuen Wehen. Viele Anwohner berichteten, dass Radwege stiefmütterlich behandelt wurden – manche seien erst alle 19 Stunden geräumt worden.
Stadträte der Fraktion DIE FRAKTION. BS warfen dem aktuellen Dienstleister ALBA vor, weder über genug Personal noch über ausreichend Technik zu verfügen, um anhaltende Schneefälle zu bewältigen. Sie forderten eine detaillierte Kostenaufstellung, um den Ausbau der Kapazitäten und schnellere Reaktionszeiten zu ermöglichen. Ein zuverlässiger Winterdienst sei unverzichtbar, um den Mobilitätsentwicklungsplan 2035 zu unterstützen, der auf mehr Fußgänger-, Rad- und ÖPNV-Verkehr setzt.
Als Reaktion darauf hat der Rat nun eine Untersuchung der Winterdienstleistungen beschlossen. Die Prüfung soll klären, ob ALBA über die nötigen Ressourcen verfügt, und Vorschläge unterbreiten, wie die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer verbessert werden kann. Die Ergebnisse dürften künftige Verträge und Betriebsmodelle prägen – mit dem Ziel, bei Extremwetter künftig besser gewappnet zu sein.
Die Untersuchung wird zeigen, ob zusätzliches Personal, mehr Technik oder höhere Mittel erforderlich sind. Je nach Ergebnis könnte sich die Art und Weise ändern, wie Braunschweig seine Winterdienste organisiert. Bis dahin steht die Stadt unter Druck, ihre Reaktionen zu optimieren – bevor der nächste große Schneefall ansteht.






