Südstadt-Center in Halle bleibt bis 2026 in der Schwebe – Mieter und Stadt im Ungewissen
Falk HornigSüdstadt-Center in Halle bleibt bis 2026 in der Schwebe – Mieter und Stadt im Ungewissen
Ungewisse Zukunft: Halle (Saales) Südstadt-Center bleibt bis März 2026 in der Schwebe
Die Zukunft des Südstadt-Centers in Halle (Saale) bleibt ungewiss, während der Stadtrat am 25. März 2026 über dessen Status beraten soll. Der Eigentümer muss zunächst technische Prüfberichte gemäß der Betriebssicherheitsverordnung vorlegen, um eine mögliche Aufhebung des aktuellen Nutzungsverbots zu erreichen. Doch während die Stadt mit verzögerten Reaktionen und ausbleibenden Antworten auf Fragen kämpft, suchen Mieter und Anwohner vergeblich nach Klarheit.
Die Stadtverwaltung geriet in die Kritik, nachdem sie über 22 Stunden brauchte, um auf Medienanfragen zum Südstadt-Center zu antworten. Zentrale Punkte – etwa warum eine E-Mail als rechtmäßig für die Zustellung eines Verwaltungsakts galt – blieben unbeantwortet. Einem Mieter soll der Räumungsbescheid erst eine Woche nach der Schließung des Gebäudes per Brief zugegangen sein.
Zudem lehnte die Stadt den Vorschlag einer Brandwache als Übergangslösung ab, ohne die technischen Gründe dafür zu nennen. Auch die rechtliche Basis für die Einbeziehung eines Wohngebiets in das Nutzungsverbot wurde nicht erläutert. Bei juristisch heiklen Themen verwiesen Beamte auf laufende Widerspruchsverfahren, um inhaltliche Stellungnahmen zu umgehen.
Die durch die Schließung notwendigen Umzüge belasten bereits die Steuerzahler: Der Umzug der Stadtteilbibliothek Südstadt schlug mit 9.520 Euro zu Buche, der Einsatz der Fahrbibliothek verursachte zusätzliche Kosten in Höhe von 2.808 Euro. Unterdessen gab die SPD-Fraktion bekannt, dass sich potenzielle Käufer für das Objekt interessieren – die Verhandlungen laufen jedoch ohne Beteiligung der Stadt.
Mit der anstehenden Ratssitzung im März 2026 hängt die Zukunft des Südstadt-Centers davon ab, ob der Eigentümer die Prüfauflagen erfüllt. Die mangelnde Transparenz der Stadt in rechtlichen und verfahrensbezogenen Fragen verstärkt die Unsicherheit. Bis dahin tragen Steuerzahler und Mieter die finanziellen und logistischen Folgen der Schließung.






