Thyssenkrupp-Aktie bricht auf 52-Wochen-Tief ein – Ölpreise treiben Krise voran
Falk HornigThyssenkrupp-Aktie bricht auf 52-Wochen-Tief ein – Ölpreise treiben Krise voran
Aktie von Thyssenkrupp stürzt auf 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro
Der Kurs des Industriekonzerns Thyssenkrupp ist auf ein 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro abgerutscht – ein drastischer Rückgang um rund 31 Prozent innerhalb von nur 30 Tagen. Der Einbruch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem stark steigende Ölpreise die Produktionskosten in die Höhe treiben und die finanzielle Lage des Konzerns zusätzlich belasten.
Seit dem Höchststand im Oktober bei 13,24 Euro hat die Aktie fast 44 Prozent an Wert verloren. Gleichzeitig erleben die globalen Ölmärkte dramatische Preissprünge: Die Nordsee-Sorte Brent notiert bei etwa 113 US-Dollar pro Fass – dem höchsten Stand seit rund zwei Jahren. Auch die OPEC-Preise sind stark auf etwa 143 Dollar pro Fass geklettert, angetrieben durch die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten.
Allein am Freitag schossen die Ölpreise innerhalb von nur acht Stunden von etwa 80 auf 92,4 Dollar pro Fass in die Höhe, nachdem sich die Krise um den Iran zugespitzt hatte. Eine weitere Zuspitzung könnte die Preise auf bis zu 150 Dollar treiben – mit der Gefahr von Treibstoffknappheit in Deutschland ab Ende April. Weltweit fehlen bereits jetzt täglich rund 11 Millionen Fass Öl.
Als Reaktion bereitet die Bundesregierung ein "Entlastungspaket für Spritpreise" vor und plant die Freigabe nationaler Ölreserven. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte zudem den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis 2038 infrage und deutete mögliche Kurskorrekturen in der Energiepolitik an. Unterdessen soll der französische Standort von Thyssenkrupp angesichts weiter steigender Kosten die Produktionskürzungen ausweiten.
Der sinkende Aktienkurs von Thyssenkrupp spiegelt die größeren wirtschaftlichen Belastungen durch die explodierenden Ölpreise wider. Die Notfallmaßnahmen der Regierung zielen darauf ab, die Versorgung mit Kraftstoffen zu sichern, doch die anhaltenden geopolitischen Spannungen halten die Energiemärkte in Atem. Die Lage zwingt Branchen wie die Stahlproduktion zu höheren Ausgaben und möglichen Anpassungen im Betrieb.






