Tom Morellos Regiedebüt feiert auf der Berlinale Premiere – ein politischer Dokumentarfilm über Judas Priest
Thea LübsTom Morellos Regiedebüt feiert auf der Berlinale Premiere – ein politischer Dokumentarfilm über Judas Priest
Tom Morello, der politisch engagierte Musiker und Gitarrist von Rage Against the Machine, gibt mit The Ballad of Judas Priest sein Regiedebüt. Der Film, ein politisches Dokumentarwerk, feierte seine Premiere auf der Berlinale – einem Festival, das seit langem als Plattform für politische Debatten gilt. Unterdessen sorgte Festivalpräsident Wim Wenders für Diskussionen, indem er vorschlug, Künstler sollten sich ganz aus der Politik heraushalten.
Morello verbindet seit Jahrzehnten Musik mit linksgerichtetem Aktivismus. 2026 organisierte er in Minneapolis Benefizkonzerte gegen Donald Trump und die Einwanderungsbehörde ICE, während sein Protestsong Pretend You Remember Me die Rechte von Migranten thematisierte. Sein Dokumentarfilm widmet sich der Fangemeinde von Judas Priest, die er als seltenes Beispiel für politische Einheit über Lagergrenzen hinweg betrachtet.
Rob Halford, der Sänger von Judas Priest, hat sich gelegentlich politisch geäußert – etwa in Songs über den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Doch anders als Morello zeigt Halfords Karriere kaum Spuren offener politischer Kampagnen oder öffentlicher Stellungnahmen. Die meisten Heavy-Metal-Bands, darunter auch Judas Priest, setzen eher auf Rebellion und Fantasie als auf direkte politische Proteste.
Die Berlinale selbst hat eine lange Tradition politischer Einmischung, doch die diesjährige Ausgabe löste gemischte Reaktionen aus. Einige Prominente mieden politische Themen, was in sozialen Medien auf Kritik stieß. Festivalleiterin Tricia Tuttle betonte, Künstler hätten zwar das Recht auf freie Meinungsäußerung, seien aber nicht verpflichtet, zu jedem Thema Stellung zu beziehen. Morello, der bereits Auftritte in Israel boykottiert hat, steht damit für einen deutlichen Kontrast zu dieser zurückhaltenden Haltung.
Sein Dokumentarfilm erscheint zu einer Zeit, in der politische Äußerungen auf dem Festival umstritten bleiben. Während sich manche Künstler zurückhalten, bricht Morello mit Film und Karriere weiterhin Tabus. Die Berlinale hält vorerst an ihrer Linie fest: Freie Meinungsäußerung ist willkommen, die Teilnahme an politischen Debatten aber freiwillig – nicht verpflichtend.
More Premieres and New Faces in Toronto
The documentary has secured a Canadian premiere at the 2026 Hot Docs Festival from 23 April to 3 May. This screening will feature exclusive interviews with Judas Priest and unpublished footage from their archives. Additional highlights include appearances by Metallica, Ozzy Osbourne, and Jack Black.






