Traditionsbrauerei Wolters beantragt Eigenverwaltung – Neuanfang in der Krise
Friederike RuppersbergerTraditionsbrauerei Wolters beantragt Eigenverwaltung – Neuanfang in der Krise
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig ein Eigenverwaltungsverfahren nach der Insolvenzordnung beantragt. Die traditionsreiche Brauerei kündigte an, ihre Geschäftsabläufe umzustrukturieren und ihr Geschäftsmodell neu auszurichten. Der Schritt folgt anhaltend schwachen Umsätzen und steigenden Kosten in der deutschen Braubranche.
Laut Unternehmensangaben soll die Restrukturierung den Fokus wieder auf den regionalen Markt lenken. Zudem strebt Wolters den Wandel vom klassischen Braubetrieb zu einem innovativen Getränkehersteller an. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert; während des Verfahrens sind alle Löhne und Gehälter gesichert.
Der Bierabsatz in Deutschland sank 2025 um sechs Prozent, was den Druck auf Wolters weiter erhöhte. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wird der Betrieb aufrechterhalten. Die Anwälte Kimon Kantis und Torsten Gutmann – letzterer als vorläufiger Sachwalter bestellt – begleiten das Verfahren.
Kantis bezeichnete Wolters als ein tief in der Region verwurzeltes Unternehmen und betonte, dass die Eigenverwaltung ein nachhaltiger Weg sei, um die Branchenherausforderungen zu meistern. Der Wirtschaftsprüfer Hendrik Mysegades erklärte, das Ziel sei eine strategische Neuaufstellung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung aller Geschäftsaktivitäten.
Mit dem Insolvenzantrag ebnet Wolters den Weg für eine kontrollierte Transformation. Das Unternehmen plant, sein Geschäftsmodell an die aktuellen Marktanforderungen anzupassen. Während der Umstrukturierungsphase laufen die Geschäfte wie gewohnt weiter.






