Verfallenes Denkmal in Halle: Stadt kämpft um Rettung der "Grünen Tanne"
Thea LübsVerfallenes Denkmal in Halle: Stadt kämpft um Rettung der "Grünen Tanne"
Das historische Gebäudeensemble an der Ecke Mansfelder Straße und Tuchrahmen in Halle (Saale) befindet sich in einem dramatischen Verfallszustand. Die zum Komplex gehörende Gaststätte „Grüne Tanne“ steht seit Jahren leer, ihre Fassade ist mit Graffiti übersät und von Wildwuchs überwuchert. Seit 15 Jahren führt die Stadt das Objekt auf ihrer Liste gefährdeter Baudenkmäler.
Ein Brand beschädigte die Bausubstanz zusätzlich, sodass der angrenzende Gehweg wegen akuter Einsturzgefahr durch herabfallende Mauerteile gesperrt werden musste. Der Projektentwickler Norsk hatte ursprünglich geplant, die historischen Gebäude zu sanieren, moderne Neubauten zu ergänzen und eine Tiefgarage zu errichten. Doch das Unternehmen meldete Insolvenz an – damit kam das Vorhaben zum Erliegen.
Die Stadt verfolgt nun rechtliche Schritte gegen den insolventen Eigentümer und prüft gleichzeitig Notfallmaßnahmen, um den Gehweg wieder für Fußgänger freizugeben. René Rebenstorf, Leiter des halleschen Bauamtes, bezeichnete die Lage als „höchst besorgniserregend“ und räumte ein, dass die Verhandlungen „schmerzhaft langsam“ vorankämen.
Mittlerweile hat sich ein auf Denkmalsanierung spezialisiertes Unternehmen bereit erklärt, die bestehenden Gebäude zu retten – allerdings ohne zusätzliche Neubauten. Dies entspricht der wachsenden Präferenz der Stadt für einen pragmatischeren Ansatz, der den Erhalt statt aufwendiger Umgestaltungen in den Vordergrund stellt.
Durch die Insolvenz des Eigentümers ist der Prozess jedoch ins Stocken geraten; die Gespräche mit dem Insolvenzverwalter ziehen sich hin. Die Stadt lotet weiterhin ihre Handlungsoptionen aus, wobei der Schutz der Öffentlichkeit und die Bewahrung des gefährdeten Denkmals Priorität haben. Wie die Angelegenheit ausgeht, bleibt angesichts der zähen Verhandlungen ungewiss.






