1&1 revolutioniert den deutschen Mobilfunkmarkt mit günstigen Preisen und rasantem Netzausbau
Friederike Ruppersberger1&1 CEO Dommermuth schließt Verkauf an Telefónica aus - 1&1 revolutioniert den deutschen Mobilfunkmarkt mit günstigen Preisen und rasantem Netzausbau
Deutschlands Mobilfunkmarkt erlebt einen tiefgreifenden Wandel, da der vierte Netzbetreiber des Landes, 1&1, die Preise für Verbraucher drückt. Das rasante Wachstum des Unternehmens hat zudem juristische Auseinandersetzungen und Debatten über fairen Wettbewerb ausgelöst. Gründer Ralph Dommermuth bleibt trotz anhaltender Konflikte mit den Aufsichtsbehörden fest zu dem Projekt stehen.
1&1 hat beim Netzausbau schneller Fortschritte gemacht als erwartet. Bis Ende 2025 waren bereits 27 Prozent der deutschen Haushalte abgedeckt – und damit das von der Bundesnetzagentur (BNetzA) gesetzte Ziel von 25 Prozent übertroffen. Nun strebt das Unternehmen an, bis Ende 2026 eine Abdeckung von 35 Prozent zu erreichen.
Das Wachstum von 1&1 hat den Wettbewerb verschärft und zu sinkenden Mobilfunkpreisen für Verbraucher geführt. Doch die Expansion verlief nicht ohne Konflikte. Dommermuth liegt derzeit in einem Rechtsstreit mit der BNetzA über die Verlängerung von Niederfrequenzlizenzen, die bisher nur etablierten Anbietern gewährt wurden. Er argumentiert, diese Entscheidung sei rechtswidrig und benachteilige neuere Marktteilnehmer wie 1&1 unrechtmäßig.
Trotz der Spannungen zeigt sich Dommermuth kooperationsbereit. Er hat signalisiert, Mobilfunkmasten in ländlichen Gebieten gemeinsam nutzen zu wollen, um die Versorgung zu verbessern. Gleichzeitig wies er Gerüchte über einen Verkauf des Unternehmens entschieden zurück und betonte erneut sein langfristiges Engagement für das Netzprojekt.
In den vergangenen fünf Jahren hat die BNetzA eine Schlüsselrolle beim 5G-Ausbau gespielt, indem sie Frequenzen für private Campusnetze vergeben hat. Dazu zählen lokale Lizenzen, Modelle mit geteiltem Zugang sowie Standard-Mobilfunklizenzen mit unterschiedlichen Auflagen. Die Behörde sorgt dafür, dass private und öffentliche Netze nebeneinander existieren, und reguliert elektromagnetische Verträglichkeit sowie Störungen. Unklar bleibt jedoch ihre Haltung zur Gleichbehandlung bei öffentlichen Frequenzversteigerungen – etwa beim Verkauf der 3,6-GHz-Bänder 2020 oder künftiger 5G-Frequenzen –, wie aus öffentlichen Unterlagen hervorgeht.
Der Markteintritt von 1&1 hat bereits zu sinkenden Kosten für Verbraucher geführt und etablierte Anbieter zum Umdenken gezwungen. Während das Unternehmen seine Netzabdeckung ausbaut und rechtliche Herausforderungen bewältigt, wird seine Zukunft sowohl vom weiteren Netzausbau als auch von regulatorischen Entscheidungen abhängen. Dommermuths Weigerung, das Unternehmen zu verkaufen, und sein Fokus auf Zusammenarbeit deuten darauf hin, dass der Wettbewerb noch lange nicht entschieden ist.






