Bechtle startet radikale Reform nach Rekordtief der Aktie und Lieferkettenkrise
Falk HornigBechtle startet radikale Reform nach Rekordtief der Aktie und Lieferkettenkrise
Bechtle vollzieht tiefgreifende Führungs- und Finanzreform nach schwierigem Jahr
Nach einem turbulentem Geschäftsjahr leitet die IT-Firma Bechtle weitreichende Veränderungen in der Unternehmensführung und Finanzstrategie ein. Die Aktie des Konzerns hat ein 52-Wochen-Tief erreicht – bedingt durch anhaltende Lieferengpässe und steigende Preise bei Speicherchips. Die Geschäftsführung reagiert nun mit einer Neuaufstellung, um die Herausforderungen im Kerngeschäft zu bewältigen.
Der Aufsichtsrat wird das Vorstandsgremium ab Januar 2027 von vier auf drei Mitglieder verkleinern. Die aktuelle Vorstandsfrau Antje Leminsky scheidet Ende 2026 aus dem Unternehmen aus. Gleichzeitig übernimmt Konstantin Ebert die Position des Vorstandsvorsitzenden (CEO) von Thomas Olemotz.
Auch die finanzielle Prognose wurde angepasst: Für 2026 rechnet Bechtle mit einer Vorsteuermarge von höchstens fünf Prozent. Trotz des Gewinnrückgangs im vergangenen Jahr schlägt der Vorstand vor, die Dividende stabil bei 0,70 Euro pro Aktie zu belassen.
Bis Mitte des Jahres will das Unternehmen detailliert über die Versorgung mit Speicherchips und deren Auswirkungen auf die Ertragslage informieren. Das neue Führungstrio konzentriert sich darauf, interne Prozesse zu beschleunigen, um das Umsatzziel von 10 Milliarden Euro bis 2030 zu erreichen.
Die Umstrukturierung erfolgt vor dem Hintergrund von Marktunsicherheiten und Lieferkettenproblemen. Bechtle strebt an, die Geschäftsabläufe zu stabilisieren, ohne die Rendite für Aktionäre zu gefährden. Ein klareres Bild der finanziellen Erholung wird sich nach dem geplanten Zwischenupdate zur Chip-Versorgung im Sommer abzeichnen.






