Feministischer Kongress in Berlin: Warum Pressefreiheit plötzlich zur Debatte steht
Heidelore BinnerFeministischer Kongress in Berlin: Warum Pressefreiheit plötzlich zur Debatte steht
Feministischer Kongress in Berlin löst Debatte über Pressefreiheit und Transparenz aus
Ein pro-feministischer Kongress, der am vergangenen Wochenende in Berlin stattfand, hat eine Diskussion über Pressefreiheit und Offenheit entfacht. Die Veranstalter:innen versuchten, die Berichterstattung einer feministischen Journalistin zu unterbinden – und warfen damit Fragen nach der Transparenz in der Debatte über Männlichkeit auf. Der Kongress, der im Mehringhof in Kreuzberg stattfand, wollte traditionelle Männerrollen kritisch hinterfragen, geriet aber selbst wegen des Umgangs mit Medien in die Kritik.
Im Mittelpunkt des Kongresses stand ein Kompaktkurs zur Kritik an Männlichkeit, geleitet von Prof. Dr. Mart Busche von der Berliner Alice-Salomon-Hochschule. In Workshops wurden globale Bestrebungen thematisiert, Männlichkeit neu zu definieren, sowie die Gefahren des Antifeminismus als sogenannte "Brückenideologie". Trotz des progressiven Ansatzes weigerten sich die Organisator:innen, ihre Namen preiszugeben, und versuchten, die Berichterstattung der Journalistin einzuschränken.
Teilnehmende hinterfragten später das Vorgehen der Veranstalter:innen. Eine Besucherin merkte an, dass der Ausschlussversuch einer feministischen Reporterin die anhaltenden Herausforderungen in der Gleichstellungsarbeit verdeutliche. Ein anderer Mann betonte, man müsse über abgeschottete Debatten hinauswachsen: "Wir müssen auch aus unserem Elfenbeinturm herauskommen."
Nach der Veranstaltung beschwerten sich die Organisator:innen per E-Mail bei der Chefredakteurin der betreffenden Website über die Anwesenheit der Journalistin. Beobachter:innen vermuten, dass ihr Handeln auf Kontrollbedürfnis oder Unbehagen gegenüber kritischer Begleitung – insbesondere aus einer "weiblichen Perspektive" – zurückzuführen sei. Die deutschen Gesetze zur Pressefreiheit garantieren jedoch, dass Berichterstattung unabhängig von den Einwänden der Veranstalter:innen zulässig bleibt.
Der Vorfall zeigt die Spannungen zwischen dem Einsatz für Gleichberechtigung und den praktischen Herausforderungen von Transparenz. Zwar setzte sich der Kongress mit den schädlichen Auswirkungen traditioneller Männlichkeit auseinander, doch die Versuche der Organisator:innen, die Berichterstattung einzuschränken, stießen auf Kritik. Die Debatte dreht sich nun darum, ob solche Veranstaltungen einen offenen Dialog fördern können – ohne dabei den Medienzugang zu beschneiden.






