Grüne siegen knapp in Baden-Württemberg – doch das Patt im Landtag spaltet die Parteien
Thea LübsSkandalvorwurf vor Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Grüne siegen knapp in Baden-Württemberg – doch das Patt im Landtag spaltet die Parteien
Grüne erringen knappen Sieg bei Landtagswahl in Baden-Württemberg – Patt im Parlament
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März setzten sich die Grünen mit 30,2 Prozent der Stimmen nur knapp gegen die CDU durch, die auf 29,7 Prozent kam. Das Ergebnis bescherte beiden Parteien jeweils 56 Sitze – ein seltenes Patt im Stuttgarter Landtag. Seitdem haben sich die Spannungen verschärft, nachdem ein umstrittener Social-Media-Beitrag alte Konflikte zwischen den Lagern wieder aufkeinen ließ.
Auslöser des Streits war ein acht Jahre altes Video, das die grüne Landtagsabgeordnete Zoe Mayer von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel geteilt hatte. Darin äußerte Hagel bewundernde Bemerkungen über eine minderjährige Schülerin, woraufhin ihm Sexismus vorgeworfen wurde. Die Debatte eskalierte, als die grüne Politikerin Simone Fischer das Video erneut veröffentlichte – kombiniert mit einem Foto Hagels, der Überschrift "Offizielle Verwarnung" und dem Text "Versteckt eure Kinder".
Die CDU warf den Grünen daraufhin eine "schmutzige Kampagne" vor. Fischer schwieg zunächst, löschte den Beitrag später und entschuldigte sich persönlich bei Hagel. Sie bezeichnete den Vorfall als Fehler – eine Geste, die als Versuch gewertet wurde, vor den anstehenden Sondierungsgesprächen für eine mögliche Koalition die Wogen zu glätten.
Jenseits des Social-Media-Streits kritisierte die CDU die Grünen für ein "vergiftetes politisches Klima". Zudem monierte sie ein Vertrauensverlust in Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und forderte eine "partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe" statt einer Fortsetzung früherer Machtverhältnisse. Diese Punkte belasten die Verhandlungen, während beide Seiten nach der Wahl ihre Optionen abwägen.
Das Wahlergebnis zwingt Grünen und CDU zu einem schwierigen Balanceakt. Ohne absolute Mehrheit bleibt eine Zusammenarbeit ungewiss – trotz Fischers Entschuldigung. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob es beiden Seiten gelingt, die jüngsten Konflikte hinter sich zu lassen und einen gemeinsamen Weg zu finden.






