Halle (Saale) erhöht Gewerbesteuer drastisch – Unternehmen protestieren
Friederike RuppersbergerHalle (Saale) erhöht Gewerbesteuer drastisch – Unternehmen protestieren
Halle (Saale) erhöht Gewerbesteuer-Hebesatz auf 470 Prozent
Der Stadtrat von Halle (Saale) hat den kommunalen Hebesatz der Gewerbesteuer auf 470 Prozent angehoben – eine Maßnahme im Rahmen der Bemühungen, ein Haushaltsdefizit von 150 Millionen Euro zu bewältigen. Lokale Unternehmen äußerten bereits Bedenken wegen der zusätzlichen finanziellen Belastung.
Die Steuererhöhung, die 2026 in Kraft treten soll, soll jährlich etwa fünf Millionen Euro zusätzliche Einnahmen bringen. Die Stadtverwaltung hofft, damit die Finanzen zu stabilisieren, nachdem die Gewerbesteuereinnahmen 2025 um 4,8 Prozent auf 104,2 Millionen Euro sanken. Dieser Rückgang steht im Gegensatz zu einem Anstieg um 7,1 Prozent in ganz Sachsen-Anhalt im selben Zeitraum.
Kritik kam prompt von Wirtschaftsverbänden. Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, warnte, die Erhöhung belaste Unternehmen zusätzlich, die ohnehin schon mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpften. Der neue Satz setzt Halle zudem über den Bundesdurchschnitt und sogar über das benachbarte Leipzig, wo der Hebesatz bei 460 Prozent liegt.
Durch die Anpassung rechnet die Stadt mit jährlichen Mehreinnahmen von 4,8 Millionen Euro. Ein direkter Vergleich mit anderen Großstädten wie München (490 Prozent im Jahr 2025), Berlin (410 Prozent) oder Köln (475 Prozent) wurde jedoch nicht gezogen.
Die Steuererhöhung gilt ab 2026 und ist Teil von Halles Strategie, die Haushaltslücke zu schließen. Während die Stadt mit höheren Einnahmen rechnet, müssen Unternehmen nun mit steigenden Kosten umgehen. Die langfristigen Auswirkungen auf den lokalen Handel und Investitionen bleiben abzuwarten.






