Hessens Wälder im Wandel: Mehr Holzeinschlag nach Dürre und Strategiewechsel
Friederike RuppersbergerMehr Holz geerntet im Jahr 2025 in deutschen Staatswäldern - Hessens Wälder im Wandel: Mehr Holzeinschlag nach Dürre und Strategiewechsel
Holzeinschlag in Hessens Staatswäldern stieg 2025 an
Im Jahr 2025 nahm der Holzeinschlag in den hessischen Staatsforsten zu – rund 1,49 Millionen Kubikmeter Holz wurden gefällt. Der Anstieg folgt auf Jahre der Dürre und Hitzewellen, die vor allem in Buchenbeständen nachhaltige Schäden hinterlassen haben. Auch Änderungen in der Forstbewirtschaftung trugen zu dieser Entwicklung bei.
Ein Grund für den erhöhten Einschlag war die Aufhebung eines vorübergehenden Fällverbots für bestimmte Buchenbestände im Jahr 2024. Dieses Verbot war 2020 verhängt worden, um neue, klimaresistente Strategien für die Bewirtschaftung von Buchenwäldern zu entwickeln. Seit der Aufhebung hat sich die Fläche der buchen geprägten Bestände um etwa 15 Prozent verringert – von 450.000 Hektar im Jahr 2020 auf 382.500 Hektar Anfang 2025.
Der Einschlag von Laubholz stieg 2025 um etwa ein Viertel, während die Nadelholznutzung im Vergleich zum Vorjahr um rund 6 Prozent zurückging. Die intensivste Phase lag zwischen Spätherbst 2025 und Frühwinter 2026, als etwa 725.000 Kubikmeter Holz geschlagen wurden. Winterliche Wetterbedingungen führten jedoch in einigen Gebieten zu Verzögerungen, da der Einsatz schwerer Maschinen zur Vermeidung von Bodenschäden eingeschränkt werden musste.
Forstleute entfernen nun gezielt Buchen, um Platz für trockenheitsresistentere Arten wie Eiche und Ahorn zu schaffen. HessenForst betont, dass der erhöhte Einschlag Teil einer umfassenden Strategie ist, um stabilere Mischwälder aufzubauen. Die Langzeitfolgen vergangener Dürren werden weiterhin sichtbar – oft zeigen Buchen noch Jahre nach den ersten Schäden Stresssymptome.
Die Anpassung der Einschlagmengen spiegelt sowohl akute Erfordernisse als auch langfristige Pläne für eine klimagerechte Waldwirtschaft wider. Angesichts schrumpfender Buchenbestände und wachsender Klimabelastungen passen Hessens Förster ihre Methoden an. Das Ziel bleibt, Wälder zu schaffen, die künftigen Dürren und Extremwetter besser standhalten.






