21 March 2026, 12:28

Mainzer Dreigroschenoper begeistert mit frischer Gesellschaftskritik und Musikrausch

Offenes Buch mit dem Titel "Die Lieblingslieder in der Oper" mit Noten und Text.

Mainzer Dreigroschenoper begeistert mit frischer Gesellschaftskritik und Musikrausch

Das Staatstheater Mainz präsentiert eine frische, lebendige Neuinterpretation der Dreigroschenoper

Das Staatstheater Mainz hat mit einer lebensfrohen und zeitgemäßen Inszenierung der Dreigroschenoper – eines der prägendsten Theaterstücke des 20. Jahrhunderts – für Furore gesorgt. Unter der Regie von Jan Neumann verbindet die Produktion scharfe Gesellschaftskritik mit spielerischer Selbstironie und erntete bei der Premiere tosendes Applaus. Die Mischung aus Witz, Musik und kraftvollen Darbietungen macht die Aufführung bereits jetzt zu einem der Höhepunkte der Mainzer Theatersaison.

Im Mittelpunkt steht Mackie Messer, ein schlauer Ganove, der sich durch die Londoner Unterwelt schlägt und dabei auf Figuren wie Polly Peachum, ihren Vater Jonathan sowie die Rivalinnen Lucy und Jenny trifft. Brechts beißende Abrechnung mit Kapitalismus und menschlicher Natur bleibt zentral – geprägt von dem berühmten Satz "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral", der den Ton angibt. Neumanns Inszenierung geht dabei auch den Widersprüchen in Brechts eigenem Erbe nicht aus dem Weg: Sie balanciert zwischen seinen revolutionären Idealen und seinem Gespür für kommerziellen Erfolg.

Das Ensemble liefert eine mitreißende Leistung ab, mit herausragenden Auftritten von Henner Momann, Maren Schwier und Liudmila Maytak. Besonders Anika Baumann glänzt in mehreren Rollen – ob als bettelnder Sänger in der Moritat von Mackie Messer, als scharfzüngige Prostituierte oder als trocken humorvolle Putzfrau. Ihr komisches Timing und ihre Wandlungsfähigkeit verleihen der Produktion eine ansteckende Energie.

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Optisch eindrucksvoll und musikalisch opulent, verbindet der Abend eingängige Melodien wie Die Seeräuber-Jenny mit kluger Bühnengestaltung. Orchester, Cast und Kreativteam arbeiten perfekt Hand in Hand und verwandeln das fast einhundert Jahre alte Stück in etwas Zeitloses, Dringliches und Lebensfrohes. Das Publikum verließ die Premiere begeistert – mit minutenlangem Applaus für das gesamte Ensemble.

Vier weitere Vorstellungen sind für 2025 geplant, die Ticketpreise liegen zwischen 17,50 und 45,50 Euro inklusive eines Getränkeguthabens.

Diese Dreigroschenoper beweist, dass Brechts Werk nach wie vor zum Nachdenken anregt und gleichzeitig begeistert. Die Mainzer Interpretation – mutig, selbstreflektiert und voller Talent – bietet einen Theaterabend, der ebenso unterhaltsam wie gedankenanregend ist. Mit ihrer Mischung aus Satire, Gesang und herausragendem Schauspiel wird die Produktion zweifellos einer der Glanzpunkte der Spielzeit bleiben.

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