09 May 2026, 12:27

Politische Konflikte überschatten Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saale)s

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe mit einer Fahne zeigt, umgeben von Text und Blättern.

Politische Konflikte überschatten Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saale)s

Spannungen beim 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saale)s: Politische Gräben überschatten Gedenkfeier

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Die Stimmung beim 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saale)s war von wachsenden Spannungen geprägt, als politische Konflikte die eigentliche Erinnerungskultur in den Hintergrund drängten. Die Feierlichkeiten auf dem Südfriedhof der Stadt ehrten Widerstandskämpfer und sowjetische Opfer – doch es kam zu Auseinandersetzungen um Symbole und widersprüchliche Botschaften.

Die Veranstaltung begann mit Würdigungen für jene, die sich dem Faschismus entgegengestellt hatten. Gisela Döring von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) lobte den Mut der Frauen und Männer, die gegen den NS-Terror kämpften. Teilnehmer legten rote Nelken am Ehrenhain nieder, um der dort bestatteten deutschen Widerstandskämpfer zu gedenken.

Die stellvertretende Oberbürgermeisterin, Dr. Judith Marquardt, niederlegte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen offiziellen Kranz. Auf dem Friedhof ruhen die sterblichen Überreste von 977 sowjetischen Bürgern – obwohl Halle selbst nicht von der Roten Armee, sondern von US-Truppen befreit worden war.

Doch bald kam es zu Störungen. Mitglieder der „Halle-Bewegung“ erschienen mit russischen Fahnen und Symbolen, was bei Organisatoren und Gästen auf Empörung stieß. Lukas Wanke (VVN-BdA) betonte später, dass die Ehrung des historischen Einsatzes der Roten Armee keinesfalls heutige Ungerechtigkeiten rechtfertigen dürfe. Gleichzeitig warnte er, der Kampf der Widerstandskämpfer sei noch nicht beendet – ihr Erbe stehe heute für den Widerstand gegen rechtsextreme Ideologien.

Eric Stehr von der Linken unterstützte diese Haltung und mahnte, man dürfe sich nicht mit einem Regime gemein machen, das heute mit Terror und Zerstörung verbunden werde.

Die Gedenkveranstaltung offenbarten tiefe politische Gräben in der Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerung. Während Blumen für die Widerstandskämpfer niedergelegt wurden, prägten Debatten über Symbole und aktuelle Konflikte die Feier – und ließen sie in konfrontativer Stimmung enden. Ungelöst blieb die Frage, wie man der Vergangenheit gedenken kann, ohne die Gegenwart zu verklären.

Quelle