21 March 2026, 22:25

Sechs Jahre Haft für rechtsextremen Seriengewalttäter aus Halle

Plakat an einer Wand mit einer Person in einer schwarzen Kapuzenjacke und ernstem Gesichtsausdruck, die eine Maske trägt, Text lautet "Das ist Nazi-Gewalt" in fetten weißen Buchstaben.

Sechs Jahre Haft für rechtsextremen Seriengewalttäter aus Halle

Ein 25-jähriger Rechtsextremist, Lucas K., ist wegen einer Serie gewalttätiger Straftaten in Halle zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach ihn der bewaffneten Angriffe, Bedrohungen und der Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda über mehrere Monate hinweg schuldig. Die Staatsanwaltschaft stufte ihn als erhebliche Gefahr für die Gesellschaft ein.

Lucas K. begann seine Gewaltkampagne am 7. November 2024, als er in einer Straßenbahn in Halle einen Studenten bedrohte und angriff. Wochen später, Ende Januar 2025, ging er in Halle-Trotha gegen eine Frau vor, weil sie eine antifaschistische Tasche bei sich trug. Mitte Februar beschimpfte und attackierte er dann drei Studenten in einem Supermarkt desselben Stadtteils.

Am 14. März 2025 eskalierte die Situation weiter: Er feuerte mit einer umgebauten Glock-Gaswaffe auf einen Passanten in Halle-Trotha. Sein letzter dokumentierter Angriff ereignete sich Ende März, als er gemeinsam mit Komplizen einen schwarzen Polizisten und dessen hochschwangeren Partner angriff.

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Im Prozess kam zudem ans Licht, dass sich Lucas K. offen als Nazi-Skinhead bekannte. Über soziale Medien verbreitete er rechtsextremes Gedankengut und warb um Anhänger. Drei weitere Extremisten im Alter von 21 bis 35 Jahren wurden als Gehilfen zu Haftstrafen zwischen zehn und zwölf Monaten verurteilt. Ein jugendlicher Mittäter musste 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Der Fall ereignete sich vor dem Hintergrund einer wachsenden rechtsextremen Szene in Halle und bundesweit. 2024 stieg die Zahl der Rechtsextremisten in Deutschland um 24 Prozent auf 50.250 an – davon gelten 15.300 als gewaltbereit. Halle, bereits durch den Synagogenanschlag von 2019 belastet, bleibt ein Brennpunkt rechtsextremer Aktivitäten, etwa bei Veranstaltungen wie der "Gladiator Fight Series" im März 2026, die Hunderte mit Verbindungen zu kriminellen Gruppen und der AfD anzog.

Mit dem Urteil wird Lucas K. für Jahre hinter Gitter gebracht und stellt damit keine akute Bedrohung mehr für die Straßen Halles dar. Auch seine Komplizen müssen juristische Konsequenzen tragen, wenn auch mit kürzeren Strafen. Gleichzeitig bleibt der generelle Anstieg rechtsextremer Tendenzen – sowohl organisierter als auch individueller Art – eine Herausforderung für die Behörden in der Region und darüber hinaus.

Quelle