Tausende fordern in Halle faire Löhne und sozialen Schutz bei DGB-Kundgebung
Falk HornigTausende fordern in Halle faire Löhne und sozialen Schutz bei DGB-Kundgebung
Rund 2.500 Menschen gingen in Halle auf die Straße, um an einer Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) teilzunehmen. Die unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ stehende Veranstaltung vereinte Arbeiter:innen und Aktivist:innen, die sich für mehr Schutz von Arbeitsrechten und sozialer Absicherung einsetzten. Hauptredner Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, nutzte die Gelegenheit, um Kürzungen bei Arbeitnehmerleistungen zu kritisieren – während gleichzeitig Unternehmensgewinne auf Rekordniveau stünden.
Ramelow, Politiker der Linken, übt scharfe Kritik an Bestrebungen, die Arbeitsgesetze aushöhlen. Er verteidigte den Acht-Stunden-Tag und warnte vor Versuchen, den Schutz der Arbeitszeiten zu schwächen. In seiner Rede richtete er sich zudem gegen rechtspopulistische Tendenzen und betonte, dass soziale Sicherheit die Grundlage einer stabilen Demokratie sei.
Der Politiker verurteilte Pläne, Rüstungsausgaben auf Kosten sozialer Programme zu priorisieren. Stattdessen plädierte er für Investitionen in bezahlbaren Wohnraum, faire Löhne und soziale Absicherung. Ramelow kündigte an, sich im Bundestag für diese Maßnahmen einzusetzen, und bezeichnete sie als unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Katharina Brederlow, Halles stellvertretende Bürgermeisterin für Bildung und Soziales, eröffnete die Veranstaltung mit einem Appell zur Entlastung des Sozialstaats. Sie warnte, dass immer mehr Familien – insbesondere mit Kindern – in der Stadt in Armut abrutschten. Brederlow forderte eine Reform, nicht aber den Abbau sozialer Leistungen, um der wachsenden Ungleichheit entgegenzuwirken.
Die Demonstration spiegelte die zunehmende Sorge vor wirtschaftlicher Instabilität wider. Die Teilnehmenden unterstützten Forderungen nach höheren Löhnen, besserem Kündigungsschutz und einem Stopp der Gewinnmaximierung auf Kosten der Beschäftigten.
Die Kundgebung in Halle unterstrich die wachsende Verunsicherung angesichts von Armut und prekären Arbeitsbedingungen. Sowohl Ramelows Rede als auch Brederlows Aussagen machten deutlich, dass politische Weichenstellungen nötig sind, um den Sozialstaat zu stärken. Die Botschaft von Veranstalter:innen und Teilnehmenden war klar: Ohne wirksamere Schutzmechanismen droht immer mehr Familien in den kommenden Jahren der soziale Abstieg.






