02 May 2026, 18:39

USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und spalten die Politik

Logo der NATO Joint Jet Pilot Training mit einem blauen Kreis mit einem weißen Stern, umgeben von vier farbigen Flaggen, und dem Text 'NATO Joint Jet' in Weiß.

USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und spalten die Politik

Die USA haben Pläne bekannt gegeben, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Der Schritt hat Kritik von deutschen Politikern und Militärfachleuten ausgelöst. Einige warnen, dies könnte die Sicherheitsbeziehungen zwischen beiden Nationen schwächen.

Die sozialdemokratische SPD reagierte prompt mit scharfer Verurteilung. Die verteidigungspolitische Sprecherin Siemtje Möller bezeichnete die Drohungen von Präsident Trump als „unberechenbar“ und nannte den Teilabzug „strategisch unbegründet“. Sie betonte, dass US-Truppen eine zentrale Rolle für die gemeinsamen Sicherheitsinteressen spielten.

Der Militärwissenschaftler Carlo Masala äußerte sich besorgt über ein weiteres Problem: die Streichung eines für 2024 geplanten Abkommens zwischen den USA und Deutschland. Die Vereinbarung hätte die Lieferung von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk und Hyperschallwaffen des Typs Dark Eagle vorgesehen. Masala warnte, die Aufkündigung schaffe eine kritische Lücke in der Abschreckung gegen Russland.

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Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der unionsnahen CDU, unterstrich die Bedeutung der US-Stützpunkte in Deutschland. Einrichtungen wie das EUCOM in Stuttgart und die Ramstein Air Base blieben essenziell für die europäische Verteidigung. Hardt argumentierte, der Abzug untergrabe jahrzehntelange konventionelle Abschreckung gegen potenzielle Bedrohungen.

Sören Pellmann von der Linken hingegen bezeichnete den Truppenabzug als „viel Lärm um nichts“. Er forderte die vollständige Schließung aller US-Militärbasen in Deutschland und verwies auf die wirtschaftlichen Folgen: Allein in Rheinland-Pfalz arbeiteten rund 6.500 Deutsche für die US-Streitkräfte.

Möller rief die europäischen Staaten dazu auf, mit einer Stärkung der eigenen Verteidigung zu reagieren. Sie drängte auf schnellere und umfassendere Investitionen in eine gemeinsame „Sicherheitsarchitektur“, um die durch den US-Abzug entstandene Lücke zu schließen.

Der Truppenabzug der USA offenbart die gespaltene Reaktion der deutschen Politik. Während die einen darin eine Gefahr für die Sicherheit sehen, betrachten andere ihn als Chance, die ausländische Militärpräsenz zu verringern. Die Kündigung der Raketenabkommen erhöht zudem den Druck auf Europa, seine Verteidigungskräfte auszubauen.

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