Verleger der Berliner Zeitung gerät nach Reporter-Kritik unter Druck
Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, steht nach seiner Reaktion auf die Kritik eines Reporters zur politischen Ausrichtung der Zeitung in der scharfen Kritik. Der Vorfall ereignete sich im Zuge des Abgangs von Anja Reich-Osang, der langjährigen Chefreporterin des Blattes. Der Streit wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen um redaktionelle Entscheidungen und Transparenz.
Ausgelöst wurde der Konflikt durch Franz Sommerfeld, einen Journalisten, der der Berliner Zeitung vorwarf, nach Reich-Osangs Ausscheiden ihre politische Haltung zu verändern. Die Reporterin hatte das Haus zuvor 30 Jahre lang geprägt. Friedrich veröffentlichte daraufhin einen persönlichen Artikel, in dem er seine Vorgehensweise bei ihrem Abschied verteidigte und diesen als eine routinemäßige Personalangelegenheit darstellte.
Darin verschwieg er jedoch, dass sich Sommerfelds Kritik direkt gegen ihn richtete – und nicht gegen die Zeitung als solche. Stattdessen warf Friedrich dem Medienportal kress vor, einseitige Berichte zu verbreiten und die Umstände von Reich-Osangs Ausscheiden übertrieben darzustellen. Zugleich wies er Vorwürfe gegen seine eigene Führung zurück, was bei manchen den Eindruck eines übersteigerten Egos und mangelnder Bereitschaft zur Selbstkritik hinterließ.
Hinter den Kulissen hat Friedrich sich wiederholt über vermeintliche professionelle Defizite in der Medienbranche beklagt. Beobachter merken jedoch an, dass er zwar den Journalismus hochhält, aber selbst dann in Erklärungsnot gerät, wenn es um das eigene Handeln geht. Seit über sechs Jahren an der Spitze des Verlags, hat seine Reaktion auf die aktuelle Kontroverse erneut Fragen zu seinem Führungsstil aufgeworfen.
Der Streit offenbart tiefe Gräben innerhalb der Berliner Zeitung – insbesondere in Sachen redaktionelle Unabhängigkeit und Rechenschaftspflicht. Dass Friedrich die eigentliche Quelle der Kritik nicht direkt benennt, verstärkt die Zweifel an seinem Umgang mit der Angelegenheit. Die Folgen des Konflikts hallen nach, während die Zeitung ohne eine ihrer erfahrensten Reporterinnen ihren Kurs bestimmen muss.






