Wie die DDR-Symbole nach 1990 spurlos aus dem öffentlichen Raum verschwanden
Friederike RuppersbergerNeue Ausstellung: 'Die Beseitigung von GDR-Staatssymbolen' - Wie die DDR-Symbole nach 1990 spurlos aus dem öffentlichen Raum verschwanden
Eine neue Ausstellung in Berlin spürt dem plötzlichen Verschwinden der Staatsymbolik der DDR nach dem Untergang der DDR nach. Unter dem Titel "Ein Land im Container: Die Entsorgung der DDR-Staatssymbole" untersucht sie, wie Flaggen, Embleme und Orden innerhalb weniger Monate nach der Wiedervereinigung 1990 aus dem öffentlichen Raum verschwanden. Viele landeten auf Mülldeponien oder auf Flohmärkten – oft ohne offizielle Dokumentation ihres Verbleibs.
Als die Deutsche Demokratische Republik zusammenbrach, wurden ihre Symbole fast über Nacht entfernt. Flaggen, Siegel und staatliche Auszeichnungen verschwanden von Gebäuden, Schulen und Behörden. Die meisten wurden als Sperrmüll entsorgt oder billig auf Märkten verkauft – ohne zentrale Erfassung ihrer Anzahl oder ihres Verbleibs.
Museen wie das DDR-Museum in Berlin-Mitte konnten zwar einige Stücke bewahren, doch Schätzungen zufolge wurden weniger als 20 Prozent archiviert. Der Rest – vermutlich Zehntausende Objekte – wurde vernichtet, gelangte in private Sammlungen oder ging schlicht verloren. Die Ausstellung rekonstruiert nun diese verstreute Geschichte und zeigt, wie die visuelle Identität einer Nation innerhalb weniger Wochen demontiert wurde.
Noch bis Mitte November zeigt die Schau gerettete Exponate und erzählt die Geschichten ihrer Entsorgung. Sie fragt, warum so wenig erhalten blieb – und was das rasche Löschen dieser Symbole über den Übergang von der Diktatur zur Demokratie verrät.
Die Ausstellung macht eine Lücke in der historischen Bewahrung deutlich: Die meisten DDR-Symbole waren verschwunden, bevor ihre Bedeutung überhaupt bewertet werden konnte. Nur ein Bruchteil überdauert heute in Museen. Bis zum Ende der Schau Mitte November können Besucher die Überreste dieses Prozesses besichtigen.






