Berliner schimpfen über marodes Pflegesystem: Kosten und Personalmangel dominieren die Kritik

Thea Lübs
Thea Lübs
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Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Berlin, das Straßen, Gebäude und andere städtische Merkmale zeigt, sowie begleitenden Text mit zusätzlichen Informationen.Thea Lübs

Mehrheit in Berlin gibt Pflege schlechte Noten - Berliner schimpfen über marodes Pflegesystem: Kosten und Personalmangel dominieren die Kritik

Eine neue Umfrage offenbart tiefe Unzufriedenheit unter den Berlinerinnen und Berlinern mit dem aktuellen Pflegesystem. Über 60 % bewerten die Situation als schlecht und nennen steigende Kosten sowie Personalmangel als größte Probleme. Viele befürchten, dass sich die Lage in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird.

Die von der DAK-Gesundheit durchgeführte Erhebung zeigt, dass 61 % der Berlinerinnen und Berliner das Pflegesystem als "nicht gut" oder "überhaupt nicht gut" einstufen. Zwei zentrale Sorgen kristallisieren sich heraus: 63 % verweisen auf die hohen Pflegekosten, insbesondere bei stationären Leistungen, während weitere 63 % den akuten Fachkräftemangel und die fehlenden qualifizierten Pflegekräfte anprangern.

Die Bezahlbarkeit bleibt dabei oberste Priorität – 82 % der Befragten bestehen darauf, dass Pflege für alle zugänglich sein muss. Gleichzeitig rechnen 46 % damit, dass sich die Situation in den nächsten zehn Jahren weiter verschlechtern wird.

Die finanzielle Belastung der deutschen Pflegeversicherung hat seit ihrer Einführung 1995 kontinuierlich zugenommen. Die Beitragssätze stiegen von 1,7 % auf 2,6 % im Jahr 2023, während die Ausgaben in diesem Jahr 68,2 Milliarden Euro erreichen. Trotz dieser Erhöhungen bestehen Personallücken fort, und Reformen haben das Kernproblem bisher nicht gelöst. Prognosen zufolge könnten die Beiträge bis 2045 aufgrund des demografischen Wandels auf bis zu 7 % ansteigen.

Volker Röttsches, Landeschef der DAK-Gesundheit, fordert dringende Reformen. Er rief die Politik auf, die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen und das Vertrauen in das System wiederherzustellen. Mit 260.000 versicherten Mitgliedern in Berlin ist die DAK-Gesundheit die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands.

Die Umfrage unterstreicht die weit verbreitete Frustration mit dem Berliner Pflegesystem. Hohe Kosten, Personalengpässe und die Angst vor einer weiteren Verschlechterung prägen die öffentliche Meinung. Die Forderungen nach Reformen zielen nun darauf ab, die Pflege für alle bezahlbar und verlässlich zu gestalten.

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