PKV-Verband begrüßt Reformen – doch Apotheken-Dienstleistungen bleiben umstritten

Heidelore Binner
Heidelore Binner
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Eine Apotheke namens "Die Generics Apotheke" umgeben von Gebäuden, Strommasten, Werbetafeln, Topfpflanzen, Fahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel.Heidelore Binner

PKV-Verband begrüßt Reformen – doch Apotheken-Dienstleistungen bleiben umstritten

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat seine Position zum aktuellen Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) dargelegt. Zwar unterstützt der Verband einige der geplanten Reformen, äußert jedoch Vorbehalte gegen mehrere vorgeschlagene Änderungen. In seiner Stellungnahme zeigt sich eine Mischung aus Zustimmung und Kritik an den neuen Maßnahmen, die darauf abzielen, die Rolle der Apotheken im Gesundheitswesen auszubauen.

Der PKV-Verband begrüßt Teile des Gesetzesentwurfs, darunter die Pläne, Apotheker als zentrale Gesundheitsfachkräfte zu stärken. Besonders unterstützt werden Initiativen zu Impfungen sowie die Notfallversorgung mit Langzeitmedikamenten, wenn keine Rezepte vorliegen. Zudem lobt der Verband die neuen Preisregelungen für Rezepturarzneimittel und fordert, private Versicherer in die entsprechenden Preisverhandlungen einzubeziehen.

Allerdings steht der Verband erweiterten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) skeptisch gegenüber. Viele der vorgeschlagenen Ausweitungen – etwa Triage, Verhaltensberatung zu Risikofaktoren oder die akute Versorgung ohne Rezept – seien weder durch klare Nachweise eines Patientennutzens noch durch eine nachgewiesene Nachfrage gedeckt, so die Argumentation. Der Verband besteht darauf, dass neue Leistungen vor ihrer Einführung zunächst evaluiert werden müssten.

Bei der Finanzierung pocht der PKV-Verband auf ein eigenständiges Abrechnungssystem für privat Versicherte. Zudem verlangt er, dass Kosteneinsparungen aus Preisverhandlungen auch den privatversicherten Patienten zugutekommen. Ablehnend positioniert sich der Verband gegenüber kurzen Tabakentwöhnungsinterventionen in Apotheken und stellt deren Wirksamkeit infrage.

Aktuelle Daten dazu, wie sich frühere Reformen – etwa das Apotheken-Stärkungsgesetz von 2020 – auf die Nachfrage nach Apothekendienstleistungen ausgewirkt haben, liegen nicht vor. Diese Lücke erschwert es, abzuschätzen, ob die neuesten Vorschläge den tatsächlichen Bedarf treffen werden.

Die Reaktion des PKV-Verbands zeigt somit ein ambivalentes Bild: Einerseits wird Maßnahmen wie Impfkampagnen und Preisanpassungen zugestimmt, andererseits werden stringentere Evaluierungen neuer Leistungen gefordert. Der Verband setzt sich zudem für faire Finanzierungsmodelle ein, die private Versicherer einbeziehen. Ohne belastbare Nachfragedaten bleibt jedoch ungewiss, welche langfristigen Auswirkungen die Änderungen haben werden.

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