Erste Superintendentin in Halle-Saalkreis bricht mit Traditionen und setzt auf Ökumene

Friederike Ruppersberger
Friederike Ruppersberger
2 Min.
Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Straßenansicht in Heidelberg, Deutschland, mit der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit im Hintergrund, umgeben von Gebäuden, Menschen, Tieren, Bäumen und einem Himmel, mit Text unten, der lautet: "Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in der Altstadt von Heidelberg, Deutschland".Friederike Ruppersberger

Erste Superintendentin in Halle-Saalkreis bricht mit Traditionen und setzt auf Ökumene

Dr. Ute Niethammer schreibt am 28. Februar 2023 Geschichte: Als erste Superintendentin übernimmt sie die Leitung des evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis. Die im vergangenen Sommer von der Synode gewählte Theologin löst Hans-Jürgen Kant ab, der im Herbst in den Ruhestand ging. Ihre Amtsübernahme fällt in eine Zeit, in der Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung einen deutlichen Rückgang der Kirchenbindung verzeichnet.

Niethammer tritt ihr Amt mit einer klaren Vision an. Geplant sind drei Pilgerreisen durch den Kirchenkreis, bei denen sie direkt mit den 24.500 Gemeindegliedern in Kontakt tritt und die kulturelle Vielfalt der Region erkundet. Besonders reizen sie die kleinen Dorfkirchen des Gebiets, die oft künstlerische Schätze und historische Orgeln bergen.

Ökumene wird ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit sein. Niethammer betont die Notwendigkeit engerer Verbindungen zu anderen christlichen Konfessionen sowie einen offenen Dialog mit nichtchristlichen Glaubensgemeinschaften. Dieser Ansatz spiegelt ihren Werdegang wider: Sie war zuvor Beauftragte für Laienpredigt in Baden und Dozentin an der Evangelischen Hochschule Freiburg.

Auch ihre persönlichen Entscheidungen unterstreichen ihr Bekenntnis zu Einfachheit und Einheit. Statt in einer repräsentativen Dienstwohnung wird sie bescheiden in einer Wohngemeinschaft mit katholischen Brüdern in der St.-Moritz-Kirche in Halle leben. Die universitäre Prägung der Stadt, Heimat der Martin-Luther-Universität, bietet ihr zusätzliche Möglichkeiten, Glauben und säkulares Leben zu verbinden.

Innovation prägt ihren Führungsstil. Niethammer hat etwa einen Kirchenball oder ein Event mit sakralem Tanz vorgeschlagen – eine Mischung aus Feier und spiritueller Besinnung. Das Ziel: einen fröhlicheren, inklusiveren Raum für Gottesdienst und Gemeinschaft schaffen.

Mit Niethammers Amtseinführung beginnt für den Kirchenkreis Halle-Saalkreis ein neues Kapitel. Ihr Fokus auf Ökumene, Basisarbeit und kreative Gottesdienstformen kommt zu einer Zeit, in der die Region mit langfristiger Säkularisierung ringt. Bei weniger als 25.000 Gemeindegliedern geht es der Kirche nun darum, ihre christliche Identität zu bewahren und gleichzeitig den Dialog in einer weitgehend nichtreligiösen Gesellschaft zu fördern.

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