Apotheker wehrt sich gegen 4.000-Euro-Rückforderung der IKK classic wegen fehlender Chargennummern
Apotheker wehrt sich gegen 4.000-Euro-Rückforderung der IKK classic wegen fehlender Chargennummern
Ein Apothekeninhaber in Hessen wehrt sich gegen eine Rückforderungsforderung von knapp 4.000 Euro durch die Krankenkasse IKK classic. Streitpunkt sind fehlende Chargennummern in den elektronischen Abrechnungsdaten, die die Apotheke nach eigenen Angaben korrekt in ihrem System erfasst hat. Der Inhaber hat nun mit Unterstützung des Hessischen Apothekerverbandes formell Widerspruch eingelegt.
Ausgelöst wurde der Konflikt, als die IKK classic eine Compliance-Prüfung durchführte und bei sieben Rezepten feststellte, dass die Chargennummern in den eingereichten elektronischen Abrechnungen fehlten. Die Krankenkasse argumentiert, dass diese Nummern trotz gesetzlicher Pflicht im Rahmen des SecurPharm-Systems nicht bei Abholbestellungen übermittelt wurden. Das 2012 eingeführte System schreibt die Serialisierung von Arzneimitteln zur Bekämpfung von Fälschungen vor; die vollständige Umsetzung wurde bis 2019 verbindlich durchgesetzt.
Der Apothekeninhaber betont, dass alle Chargennummern wie üblich in der Pharmatechnik-Bestandssoftware dokumentiert wurden. Die Daten seien intern verfügbar gewesen, möglicherweise aber nicht korrekt an das System der Krankenkasse übermittelt worden. Die IKK classic besteht dennoch auf die Rückforderung wegen der fehlenden Angaben – woraufhin die Apotheke den Fall eskaliert hat.
Der Hessische Apothekerverband unterstützt den Widerspruch und verweist auf anhaltende Unsicherheiten bei der Übermittlung von Chargennummern, insbesondere bei Dienstleistungen wie der Blisterung. Zwar legt der GKV-Spitzenverband spezifische Rückruf-Anforderungen fest – etwa die im November 2023 eingeführten Regelungen –, doch der übergeordnete rechtliche Rahmen unterliegt weiterhin dem Bundesgesundheitsministerium, ohne größere Aktualisierungen seit 2012.
Die Entscheidung über den Widerspruch der Apotheke wird zeigen, ob die Rückforderung berechtigt ist oder ob die fehlenden Daten auf ein technisches Versäumnis zurückgehen. Sollte der Widerspruch Erfolg haben, könnte der Fall Maßstäbe für die Durchsetzung der Chargennummer-Pflicht in anderen Apotheken setzen. Bis dahin bleibt die Forderung der IKK classic bestehen.
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