AfD in Sachsen-Anhalt zerrissen: Machtkampf, Vetternwirtschaft und drohender Imageschaden

Falk Hornig
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Eine vergilbte, leicht zerknitterte Zeitung mit dem Wort "Diskussion" in schwarzer Tinte, die die Schlagzeile "Semanario Repúblicano Democrático Federal" trägt.Falk Hornig

AfD in Sachsen-Anhalt zerrissen: Machtkampf, Vetternwirtschaft und drohender Imageschaden

Die Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt steckt in einem eskalierenden internen Machtkampf. Parteimitglieder werfen dem Landesvorsitzenden Martin Reichardt und dem Abgeordneten Tobias Rausch Fehlverhalten vor. Die Auseinandersetzung wirft Fragen zu Vetternwirtschaft, finanziellen Unregelmäßigkeiten und fragwürdigen Personalentscheidungen in der Regionalpartei auf.

Noch vor Ausbruch des Skandals lag die AfD in Umfragen bei 40 Prozent – ein Rekordwert für die Partei im Land.

Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe wegen privat genutzter Dienstreisen auf Steuerzahlerkosten, undurchsichtiger Geschäftsabschlüsse und gegenseitiger Begünstigung bei Stellenbesetzungen. In einem Schreiben der AfD Sachsen-Anhalt an den Bundesvorstand wird vor selbstverschuldeten Skandalen, Machtkämpfen und öffentlicher Zerrissenheit gewarnt. Gleichzeitig wird dringender Handlungsbedarf bei Vetternwirtschaft, Immobiliengeschäften und finanziellen Fehlentwicklungen in der Landespartei sowie der Fraktion gefordert.

Mehrere Angehörige von AfD-Abgeordneten sind selbst in Parteiämtern tätig – darunter der Vater des Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund sowie die Eltern des Landtagsabgeordneten Matthias Büttner. Basismitglieder kritisieren, Siegmund erhalte schlechte Beratung und stehe unter erheblichem Druck.

Der stellvertretende Bundessprecher Kay Gottschalk hat sich als Vermittler eingeschaltet. Seine Aufgabe besteht darin, die Vorwürfe zu prüfen und zu klären, ob fragwürdige Personalentscheidungen rückgängig gemacht werden können. Konkrete Beschlüsse gab es bei der letzten Sitzung jedoch nicht.

Auch Reichardt und Rausch stehen wegen ihres Krisenmanagements in der Kritik. In dem Schreiben heißt es, die anhaltenden internen Konflikte gefährdeten den Ruf der Partei zusätzlich.

Bisher bleibt der Streit ungelöst – eine formelle Einigung steht aus. Die Bundesvermittler untersuchen weiterhin die Vorwürfe, die sich auf Finanzgebaren und Personalpraktiken beziehen. Das Ergebnis könnte Auswirkungen auf die Position der AfD in Sachsen-Anhalt haben, wo sie bisher mit starken Umfragewerten glänzte.

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