Dröge attackiert Reiches Energiepläne: "Gefahr für die Bürgerenergie und Klimaziele"

Thea Lübs
Thea Lübs
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Ein Plakat mit Text und Bildern von Windrädern, das den Fortschritt der sauberen Energie- und Offshore-Windindustrie in Amerika unter der Präsidentschaft von Biden zeigt.Thea Lübs

Drogen: Reich will Energiewende und Bürgerenergie behindern - Dröge attackiert Reiches Energiepläne: "Gefahr für die Bürgerenergie und Klimaziele"

Grünen-Chefin Katharina Dröge warnt, dass neue Gesetzesvorhaben von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) die Energiewende in Deutschland untergraben könnten. Die Pläne, die eine Neugestaltung der Netzanbindungsregeln und der Förderung erneuerbarer Energien vorsehen, stoßen auf scharfe Kritik von Umweltschützern, Unternehmen und Bürgerenergie-Initiativen.

In den vergangenen fünf Jahren sind bundesweit rund 1.200 von Bürgern getragene Energieprojekte gestartet – mit Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen an der Spitze. Nun wirft Dröge Reiche vor, mit ihren Reformen diesen Fortschritt und die langfristigen Ziele der erneuerbaren Energien zu gefährden.

Reiches geplantes Netzpaket würde Netzbetreibern die volle Kontrolle über den Anschluss von Erneuerbare-Energien-Anlagen überlassen. Zudem entfiele in bestimmten Fällen die Entschädigung für Betreiber, wenn die Energieerzeugung gedrosselt wird. Darüber hinaus müssten Besitzer von Erneuerbare-Energien-Anlagen künftig die Kosten für den Netzausbau mitragen – eine Änderung, die Dröge als finanzielle Unsicherheit für Investoren und lokale Projekte brandmarkt.

Dröge kündigte Widerstand an und betonte, die Grünen würden die "mühsam erkämpfte, von der Gesellschaft getragene Energiewende" nicht aufgeben. Sie warf Reiche vor, mit ihren Plänen Bürgerenergie-Initiativen "abwürgen" zu wollen, die Kommunen und Genossenschaften wichtige Einnahmen bringen. Ohne stabile Planung und Finanzierung drohten künftige Projekte zu scheitern, warnte sie, was zu einer Zersplitterung der Regionen und ungleichmäßigen Fortschritten führen könnte.

Umwelt- und Wirtschaftsverbände schlossen sich der Kritik an und teilten die Befürchtung, dass die Reformen Deutschlands Klimaziele gefährden könnten. Die Bundesregierung strebt bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarem Strom und bis 2045 eine vollständige Dekarbonisierung an. Dröge betonte, Reiches Ansatz berge die Gefahr eines "Chaos" in der Energieplanung und könnte private sowie gemeindegetragene Investitionen abschrecken – genau die Mittel, die für die Erreichung dieser Ziele entscheidend sind.

Der Streit offenbart tiefe Gräben darüber, wie der Umbau der Energieversorgung in Deutschland gesteuert werden soll. Reiches Vorhaben würde die finanzielle Last und Entscheidungsgewalt von lokalen Projekten wegverlagern und das bestehende System grundlegend verändern. Angesichts tausender bereits aktiver Bürgerenergie-Initiativen könnte der Ausgang dieses Konflikts die Zukunft der deutschen Energielandschaft prägen.

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