UKW oder DAB+? Sachsen-Anhalts Medienanstalt bremst den Radio-Digitalisierungsstreit
UKW oder DAB+? Sachsen-Anhalts Medienanstalt bremst den Radio-Digitalisierungsstreit
Die Zukunft des analogen UKW-Rundfunks ist zu einem Streitpunkt zwischen Regulierungsbehörden und Finanzierungsträgern geworden. In Sachsen-Anhalt stemmt sich die Medienanstalt (MSA) gegen Forderungen nach einer raschen Abschaltung der UKW-Netze und verweist auf finanzielle Risiken für private Rundfunkanbieter. Gleichzeitig hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) die Technologie als veraltet eingestuft und drängt auf einen schnelleren Umstieg auf Digitalradio (DAB+).
Die Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA) ist für die Frequenzvergabe an private Radio- und Fernsehsender im Land zuständig. Ihr pluralistisch besetztes Gremium orientiert sich an den Vorgaben des §16 des Landesmediengesetzes und sorgt so für eine vielfältige Meinungsbildung und regionale Berichterstattung. Die MSA argumentiert, dass ein Wechsel von UKW zu DAB+ nicht per Gesetz erzwungen, sondern von der Marktnachfrage getragen werden sollte.
KEF-Mitglied Barthel hatte UKW-Radio kürzlich als überholt abgetan und einen zügigeren Ausstieg gefordert. MSA-Geschäftsführer Markus Kurze warnte jedoch, dass private Sender in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, wenn die UKW-Netze zu früh abgeschaltet würden. Er betonte, dass viele kommerzielle Stationen nach wie vor stark auf die ältere Technologie angewiesen seien.
Zu den Aufgaben der MSA gehört die Bedarfsprüfung und Zuteilung von Frequenzen an die Rundfunkanbieter. Während die KEF eine beschleunigte Digitalisierung vorantreibt, setzt sich die Behörde für einen schrittweisen Übergang ein – als Ausgleich zwischen technischem Fortschritt und den wirtschaftlichen Realitäten der Sender in Sachsen-Anhalt.
Der Dissens zeigt die unterschiedlichen Prioritäten zwischen Finanzierungsträgern und Landesregulern auf: Die KEF will UKW zügig ersetzen, die MSA legt den Fokus auf die finanzielle Stabilität privater Anbieter. Vorerst bleibt die Medienlandschaft in Sachsen-Anhalt ein Mischsystem – ein erzwungener UKW-Ausstieg steht nicht unmittelbar bevor.
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