AfD auf Rekordkurs: Wie 24 Prozent die CDU in die Defensive drängen

Falk Hornig
Falk Hornig
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Ein deutscher Propagandaplakat mit einer Frau mit langen Haaren, mit Text, der wahrscheinlich Informationen über sie enthält.Falk Hornig

AfD auf Rekordkurs: Wie 24 Prozent die CDU in die Defensive drängen

Der Aufstieg der AfD in Ostdeutschland hat seit 2017 die lokale Politik neu geformt – mittlerweile liegt die Partei bundesweit bei 24 Prozent in den Umfragen. Diese Entwicklung zwingt etablierte Parteien wie die CDU, ihre Strategien anzupassen, etwa durch Führungswechsel, um Koalitionen mit der AfD zu verhindern. Unterdessen hat sich die Feministin und Ikone Alice Schwarzer in die Debatte eingeschaltet: Sie würdigt das Erbe Angela Merkels, übt aber Kritik an der aktuellen Politik und warnt vor dem konservativen Einfluss der AfD.

In Bundesländern wie Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hat sich die AfD zur dominierenden politischen Kraft entwickelt. Aktuelle Umfragen sehen die Partei bundesweit bei 24 Prozent, was die CDU zu defensiven Maßnahmen drängt. Politiker wie der scheidende Ministerpräsident Reiner Haseloff treten zurück, während andere, etwa Michael Schulze, die Führung übernehmen, um eine "Brandmauer" gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD aufrechtzuerhalten. Kritiker wie der Politikwissenschaftler Daniel Ziblatt warnen, der Aufstieg der Partei gefährde demokratische Normen – besonders in Regionen, in denen sie lokale Räte kontrolliert.

Alice Schwarzer, eine der prägendsten Stimmen des Feminismus, betont die kulturelle Wirkung von Angela Merkels Kanzlerschaft. Sie verweist auf Anekdoten wie Mädchen, die statt eines Schneemanns eine "Schnee-Merkel" bauten – ein Zeichen dafür, wie Merkel weibliche Führung normalisiert habe. Schwarzer lobt Merkel als Vorbild, kritisiert aber die "feministische Außenpolitik" von Außenministerin Annalena Baerbock. Diese habe Frauen in Krisenregionen wie dem Iran oder Afghanistan nicht ausreichend unterstützt.

Trotz ihrer Bedenken gegenüber dem konservativen Kurs der AfD bringt Schwarzer eine provokante These ins Spiel: Die Wahl der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel zur Kanzlerin könnte – paradoxerweise – Frauen stärken. Eine Frau an der Spitze, unabhängig von der Partei, sende ein starkes gesellschaftliches Signal, argumentiert sie. Gleichzeitig warnt sie, dass der wachsende Einfluss der AfD feministische Fortschritte und demokratische Werte untergraben könnte.

Der politische Aufstieg der AfD verändert die deutsche Politik weiter und zwingt die etablierten Parteien zum Umdenken. Schwarzers Äußerungen spiegeln die größeren Debatten über Führung, Feminismus und Demokratie in einer im Wandel befindlichen Landschaft wider. Wie sich die Entwicklung fortsetzt, hängt davon ab, wie die traditionellen Parteien und die Zivilgesellschaft auf den wachsenden Einfluss der AfD reagieren.

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