Ostseefischerei in Mecklenburg-Vorpommern kämpft ums Überleben

Falk Hornig
Falk Hornig
2 Min.
Eine alte Karte von Skandinavien mit den fünf Regionen der Ostsee deutlich sichtbar, auf Papier gedruckt mit detaillierten Texten über die Region.Falk Hornig

Abwärtstrend setzt sich fort - Baltische Fischer schließen Betriebe - Ostseefischerei in Mecklenburg-Vorpommern kämpft ums Überleben

Deutschlands Ostseefischerei schrumpft rasant

Umweltbelastungen, strengere Fangvorschriften und wirtschaftliche Herausforderungen drängen immer mehr Fischer aus dem Beruf. Innerhalb von nur vier Jahren ist die Zahl der Vollzeitbetriebe um fast ein Viertel gesunken.

Noch in den frühen 1990er-Jahren säumten Tausende Fischereibetriebe die deutsche Ostseeküste. Bis 2025 sind weniger als 300 Vollzeitunternehmen übrig geblieben. Der Rückgang hat sich in den letzten Jahren beschleunigt: Zwischen 2021 und 2025 sank die Zahl in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern von 385 auf 285. Auch die Nebenerwerbsfischerei geht zurück – hier gibt es nur noch 281 Betriebe.

Klimawandel, Überfischung und Nährstoffbelastungen haben die Fischbestände dezimiert. Hering und Dorsch, einst Grundpfeiler der Branche, sind heute entweder verboten oder stark eingeschränkt. Das Agrarministerium in Schwerin warnt, dass sich die Bedingungen weiter verschlechtern werden, was mehr Fischer zum Aufgeben zwingen dürfte. Bisher haben erst drei Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern das vorläufige Flottenstilllegungsprogramm in Anspruch genommen.

Um die Folgen abzufedern, hat die Regierung die Entschädigung für durch Robben verursachte Schäden bis 2027 verlängert. Manche Fischer könnten auf Teilzeitarbeit umsteigen, doch auch diese Möglichkeit schwindet. Gleichzeitig fördern die Behörden nachhaltige Alternativen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (BMLEH) unterstützen Projekte wie klimaneutrale Fischereifahrzeuge, umweltfreundliche Fanggeräte und Muschelzucht zur CO₂-Bindung. Diese Maßnahmen basieren auf Empfehlungen der Zukunftskommission Fischerei 2025.

Auch das Thünen-Institut ist beteiligt: Forscher testen dort selektive Netze, um Beifang zu reduzieren, und betreiben eine Informationsplattform, die den Branchenwandel begleiten soll. Ziel ist es, die Zukunft der verbliebenen Ostseefischerei zu sichern.

Doch der Niedergang der Branche hält ungebremst an. Mit weniger als 300 Vollzeitfischern sind weitere Rückgänge absehbar. Zwar könnten staatliche Hilfen für nachhaltige Praktiken eine Überlebenschance bieten – doch ob der Sektor langfristig bestehen kann, hängt davon ab, ob er sich an strengere Umweltauflagen und schrumpfende Fischbestände anpassen kann.

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